Welchen Einfluss hat Musik auf Training?

Veröffentlicht am Aug 24 2015 - 3:08pm von Alex

musik trainingWie jeder aus Erfahrung weiß, hat Musik Einfluss auf unsere Stimmung. Musik kann aber auch die Intensität beim Sport verstärken – und zwar unbewusst. Wir bewegen uns schneller, ohne es bewusst zu merken. Darüber hinaus wirkt unsere Lieblingsmusik wie ein natürliches Schmerzmittel, sodass wir beim Training länger durchhalten.

Doch was genau bewirkt die Lieblingsmusik?

Das Hören der Lieblingsmusik kann Wohlfühl-Chemikalien wie Dopamin und Opioide im Gehirn freisetzen, die stimmungsaufhellend wirken. Dopamin, das gemeinhin auch als Glückshormon bezeichnet wird, steigert den Antrieb bzw. Motivation. Man kann sich also gezielt durch Hören von Musik für Sport motivieren. Opioide sind natürliche Schmerzmittel, die wie Morphium wirken. Morphium verhindert die Schmerzweiterleitung und senkt das Schmerzempfinden.

Die Ausschüttung dieser Stoffe ist in Kombination von Bewegung (Sport, Tanzen, Trommeln, etc.) und Musik deutlich höher als nur beim Hören von Musik.

Das Hören von Musik beim Training kann dabei helfen, ein Trainingstempo und Ablauf aufrecht zu erhalten. Menschen, die mit Musik trainieren, machen in der Regel pro Set mehr Wiederholungen als solche, die keine Musik hören.

Doch die Nervenzellen des Gehirns können sich sogar mit dem Tempo der Musik synchronisieren. Das heißt, ein höheres Musik-Tempo kann dabei helfen, Bewegungen schneller auszuführen. (Ein Audio-Buch ist also nicht besonders gut für ein Workout geeignet.) Dabei sollte man auf die Beat-per-Minute-Rate der Songs achten: ideal sind BPM-Rate zwischen 120 und 140. („Material Girl“ von Madonna hat zum Beispiel 138 BPM. 128 BPM ist die typische Rate von Dance-Musik (Beispiel: Penguin Prison – Calling Out (Elephante Remix). Songs zwischen Entsprechende Beispiele finden Sie zum Beispiel auf dieser Seite. Interessant: Wenn man Musik mit einer BPM-Rate hört, die dem eigenen Trainingstempo entspricht, sinkt der Sauerstoffverbrauch. Musik kann außerdem Müdigkeit reduzieren.

Musik kann noch viele weitere positive Auswirkungen auf die Körper-Geist-Einheit. Das Hören von Musik vor, während (selbst wenn der Patient unter Vollnarkose ist) und nach der Operation reduziert Schmerzen, Angst und Notwendigkeit von Schmerzmitteln.

Laut einer neuen Studie fördert eine Musikausbildung in der Schule die Fähigkeiten von Teenagern, Töne und Sprache zu erkennen. Entsprechende Teenager zeigten außerdem insgesamt bessere schulische Leistungen als Mitschüler, die nicht am Musikunterricht teilnahmen. (Allerdings ist die Kausalität hier nicht eindeutig.) Trommeln in Gruppen hat nachweislich einen positiven Effekt auf die Stimmungslage und reduziert nachweislich Stress.

Vogelstimmen oder menschliche Stimmlaute können außerdem ein Gefühl der Sicherheit, vermitteln. Musik kann darüber hinaus unser Immunsystem stärken, den Abruf von Erinnerungen verbessern – selbst bei Menschen mit Alzheimer.

Musik kann also beim Sport einen leistungssteigernden Effekt – nicht zufällig dürfen Top-Athleten beim Marathon keine Ohrhörer tragen.

Lassen Sie eine Antwort

*