Schwyzer Regierungsrat lehnt CVP-Postulat zur integrativen Förderung ab

Veröffentlicht am Mai 16 2015 - 2:24pm von David

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Der Schwyzer Regierungsrat strebt keine Änderung des derzeitigen Modells zur integrativen Förderung (IF) von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Bedürfnissen an. Dies ist einer Antwort auf ein Postulat der CVP zu entnehmen.

Kern des Papiers ist eine Aufhebung der Trennung zwischen dem sonderpädagogischen Angebot der Bezirke und Gemeinden einerseits und der integrierten Sonderschulung in Verantwortung der heilpädagogischen Zentren (ISHZ) andererseits. Während für die Sonderschulung primär der Kanton zuständig ist, obliegt die integrative Förderung als sonderpädagogisches Angebot den Schulträgern.

CVP-Fraktionschef Dummermuth verlangt in dem Postulat, dass die Regierung zumindest für die Teilbereiche Kindergarten und Unterstufe über eine Aufhebung der Unterscheidung nachdenkt. Darüber hinaus will er wissen, ob es Spielraum zur Reduzierung des administrativen und finanziellen Aufwands im Bereich der IF gibt.

In ihrer Verlautbarung schreibt die Regierung, unterschiedliche Modelle für die Unter- und Mittelstufe seien „nicht zielführend“. Gerade das frühzeitige Erkennen von Kindern mit Behinderungen sei wichtig. Ein Verzicht auf die Unterscheidung zwischen IF und ISHZ führe aller Voraussicht nach weder zu einer Reduktion des administrativen Aufwands noch zu einer Senkung der Kosten.

Fokusevaluation erteilt der IF im Kanton Schwyz gute Noten

Eine Fokusevaluation der integrierten Sonderschulung und des sonderpädagogischen Angebots im Kanton Schwyz durch das Institut für Erziehungswissenschaften der Uni Zürich zeigt, dass der grösste Teil der befragten Lehrkräfte mit den Resultaten der integrativen Förderung zufrieden ist. Für die Untersuchung wurden auch Erziehungsberechtigte von betroffenen Schülerinnen und Schülern befragt. Diese gaben mehrheitlich an, dass sich ihre Kinder von den Lehrer/-innen in der Schule unterstützt fühlen.

Der Erziehungsrat, der die Studie vor einiger Zeit in Auftrag gegeben hatte, hält das sonderpädagogische Konzept für den Kanton Schwyz ebenfalls für tragfähig. In einer Medienmitteilung zur Fokusevaluation heisst es, die lokalen und kantonalen Vorgaben entsprächen den Bedürfnissen der Lehrpersonen. Die Konzepte seien weitgehend umgesetzt und würden für die Praxis als hilfreich erachtet.

Angespannte Personalsituation

Bei allen positiven Entwicklungen zeigt die Fokusevaluation auch Möglichkeiten für Weiterentwicklungen und Optimierungen auf. In der Kritik steht vor allem die Personalsituation: Noch immer herrscht ein Mangel an Heilpädagoginnen und Heilpädagogen mit dem Arbeitsschwerpunkt Schule.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Verteilung der Ressourcen. Den befragten Lehrkräften zufolge stellen etliche Schulen der Unterstufe mehr IF-Kontingente zur Verfügung als der Mittelstufe. Dies hat zur Folge, dass der Ressourcenpool in dieser Altersklasse kleiner wird und die betroffenen Schüler öfter in Spezialklassen verlegt werden.

Förderung in drei Kategorien

Das derzeitige sonderpädagogische Konzept für die Schwyzer Bezirksschulen sieht vor, dass Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen „nach Möglichkeit“ in die Regelklassen integriert werden sollen. Die Schüler/-innen werden – in enger Abstimmung mit den Lehrkräften – von Heilpädagogen begleitet und unterstützt.

Die Dauer und Intensität der integrativen Förderung (IF) ist von Fall zu Fall unterschiedlich und erfolgt in drei Kategorien. Die kurzfristige Förderung dauert maximal 6 Monate und sieht keine Anpassung der Lernziele vor. Die mittelfristige Förderung hat eine Maximaldauer von 2 Jahren (ebenfalls keine Anpassung der Lernziele). Lediglich bei der langfristigen Förderung, deren Dauer zeitlich unbeschränkt ist, werden die Lernziele angepasst.

Das Angebot richtet sich an alle Schülerinnen und Schüler mit Lernbehinderungen, Teilleistungsschwächen und Entwicklungsverzögerungen. Der Integration sind in bestimmten Fällen allerdings Grenzen gesetzt. Dies gilt vor allem für den Bereich der Verhaltensauffälligkeiten: Unter Umständen kann die Zuweisung in eine separate Klasse mit wenigen Schülern eine geeignete Massnahme sein. Je nach Fall kann die Zuweisung vorübergehend oder permanent sein.

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