Konditorenwettbewerbe sind ein Fest für die Sinne

Veröffentlicht am Aug 27 2016 - 1:24pm von David

Tortendekoration

Wenn irgendwo im Land ein grösserer Sportwettbewerb stattfindet, ist das Medienecho gross. Egal, ob es um die Ermittlung des schweizerischen Tischtennismeisters oder um die Leichtathletik-Ausscheidungen für die olympischen Spiele geht – um Publicity brauchen sich Sportler, sofern sie in populären Disziplinen zuhause sind, nicht zu sorgen.

Ganz anders sieht es in der Konditorbranche aus: Wer weiss schon, wer in seinem Heimatkanton den besten Pflaumenkuchen oder die beste Tortendeko herstellt? Dabei bereitet eine leckere Torte mindestens ebensoviel Freude wie ein Sportereignis – eigentlich sogar mehr, da ein Stück Schoko- oder Himbeertorte nicht nur dem Auge schmeichelt, sondern auch den Magen füllt.

Um mehr Aufmerksamkeit auf das traditionsreiche Konditorhandwerk zu lenken, veranstalten Verbände wie der Bäcker-Konditor-Confiseurmeister-Verband des Kantons Thurgau (BKCMV) jedes Jahr Ausstellungen und Wettbewerbe, bei denen die besten (Jung)-Konditoren der jeweiligen Region gekürt werden. Ein solches Event ist nicht nur für Fachleute, sondern auch für den Normalbürger von Interesse: Es gibt nur wenige Gelegenheiten, bei dem man eine solche Fülle an hochklassigen Tortendekos zu sehen bekommt.

Ein Feuerwerk der Kreativität

Die Bandbreite an Formen, Farben und Stilen, die man bei einer Konditorenmeisterschaft geboten bekommt, ist wahrhaft beeindruckend. Gezeigt werden sowohl „klassische“ Motive wie Blumen und Sterne als auch ausgefallene Tortendekos, denen man ansieht, dass die Urheber viel Zeit und Mühe in die Herstellung investiert haben. Bei einer der meistbesuchten Veranstaltungen der vergangenen Jahre, die 2011 in der Aula der Gewerblichen Berufsschule Weinfelden stattfand, wurde ein Miniatur-Bodensee gezeigt – inklusive Ortsschildern, Häusern und Segelbooten.

Nach dem Event zeigte sich der BKCMV-Präsident Christian Walz von den „tollen Kunstwerken“, die die 107 Lernenden aus verschiedenen Konditorberufen auf die Tische gezaubert hatten, sehr angetan. Der Präsident des kantonalen Gewerbeverbandes, Peter Schütz, lobte die kreativen Nachwuchstalente der Konditorzunft ebenfalls in den höchsten Tönen. Er sei „tief beeindruckt“ von dem, was die Teilnehmer geleistet hätten.

Bewertung durch ausserkantonale Experten

Um sicherzustellen, dass auch tatsächlich die beste Tortendeko gewinnt, werden bei Konditorenwettbewerben zumeist Juroren verpflichet, die aus anderen Kantonen stammen. Dieses Prinzip hat sich bewährt und wird mittlerweile bei den meisten Regionalmeisterschaften angewendet. Die geschlechtliche Zusammensetzung der Jurys ist hingegen höchst unterschiedlich: Während bei einigen Wettbewerben fast nur Männer die Tortendekos der Konditoren bewerten, sind bei anderen Veranstaltungen die Frauen klar in der Mehrheit.

Interessanterweise waren bei dem oben erwähnten Event in Weinfelden alle vier Kategoriengewinner Frauen. Dies ist kein Zufall: Von Zürich bis Genf lassen sich immer mehr Mädchen im Konditor-/Confiseriehandwerk ausbilden. Es zeigt sich immer wieder, dass Frauen ein gutes „Händchen“ und die nötige Geduld für die Herstellung einer aufwendigen Torte haben. Dass bei Konditorwettbewerben die ersten Plätze häufig an das weibliche Geschlecht gehen, ist da nur folgerichtig.

Lassen Sie eine Antwort

*