Zahnarztangst hat ihre Ursache womöglich in den Genen

Veröffentlicht am Okt 21 2016 - 11:15am von Alex

implantologie wienForscher haben Beweise für eine genetische Basis der Angst vor zahnärztliche Behandlung gefunden. Sie fanden heraus, dass einige der Gene, die die Angst vor Schmerzen beeinflussen, auch die Zahnarztangst beeinflussen.

Forscher der West Virginia Universität in den USA haben Hinweise dafür gefunden, dass die Angst vor zahnärztlicher Behandlung zum Teil von den Eltern vererbt wird. Die Studie ist eine der ersten, die darauf hindeutet, dass Gene – zusätzlich zu Umweltfaktoren – die Grundlage für Patienten mit Zahnarztangst darstellen.

Die Studie zeigt, dass Angst vor Schmerzen, ebenfalls vererbbar ist. Die Forscher fanden heraus, dass einige der Gene, die die Angst vor Schmerzen beeinflussen, auch die Zahnarztangst beeinflussen. Dieser Befund liefert neue Informationen, die dabei helfen können, zu klären, wie Angst vor Schmerzen zur Entwicklung der Angst vorm Zahnarzt beitragen kann.

Die wichtigste Schlussfolgerung der Studie ist, dass unsere Gene zu einer Prädisposition zur Entstehung von Zahnarztangst führen können – vielleicht durch schmerzbezogene Variablen.

Zahnarztangst ist relativ weit verbreitet – in den USA leiden 10 bis 20 Prozent der Erwachsenen unter erheblicher Zahnarztangst. Bei solchen Fällen kommt es nicht selten vor, dass Betroffene Zahnarzttermine immer weiter hinausschieben oder gar nicht zum Zahnarzt gehen.

Dies kann natürlich dramatische Konsequenzen für die orale und allgemeine Gesundheit der Betroffenen haben. Daher versuchen Forscher zu verstehen, wie Zahnarztangst entsteht und wie man sie bekämpfen kann.

Heutzutage haben sich viele Zahnärzte auf die Behandlung von Angstpatienten spezialisiert. Sie nutzen unter anderem eine beruhigende Atmosphäre (Raumgestaltung, Farben, Klänge, etc.), ausführliche, beruhigende Gespräche mit dem Zahnarzt sowie Dämmerschlaf und Vollnarkose.

Bei Dämmerschlaf befindet sich der Patient bei Bewusstsein, ist jedoch leicht sediert, sodass er fast keine Schmerzen spürt. Wem dies nicht reicht, der kann sich für eine zahnärztliche Behandlung in Vollnarkose entscheiden – dabei bekommt der Patient überhaupt nichts von der Behandlung mit. Bei dieser Behandlungsform ist stets ein zertifizierter Anästhesist dabei, der die Narkose steuert.

Gerade für Patienten mit erheblicher Zahnarztangst stellt die Behandlung in Vollnarkose oftmals die einzig mögliche Alternative dar. Patienten, die unter Zahnarztangst leiden, meiden diesen oftmals sehr lange, sodass nicht selten viele Behandlungen durchgeführt werden müssen – dies können nur wenige Betroffene aushalten.

In Vollnarkose können viele, auch umfangreiche Behandlungen – zum Beispiel wenn Zahnimplantate eingesetzt werden müssen – auf einen Schlag durchgeführt werden, ohne dass der Betroffene dabei Stress empfindet und diese Empfindung mit dem Zahnarztbesuch assoziiert (Teufelskreis).

Allerdings müssen sich Patienten, die sich für eine Behandlung in Vollnarkose interessieren, bewusst sein, dass diese auch gewisse Risiken birgt.

So klagen etwa zehn Prozent der Patienten über Übelkeit, Erbrechen und Halsschmerzen nach der Narkose. Eher selten kommt es zu allergischen Reaktionen auf Narkosemedikamente, da der Anästhesist im Vorgespräch etwaige Allergien bespricht und die Medikamente entsprechend auswählt.

Es kann außerdem, wenn auch sehr selten, zu Beatmungsproblemen, Herz-Kreislauf-System-Störungen und plötzlichem Aufwachen während der Behandlung (extrem selten). Nicht zuletzt gab es bei solchen Behandlungen auch den ein oder anderen Todesfall – was angesichts der täglich erfolgreich und ohne jegliche Komplikationen durchgeführten Behandlungen die absoluten Ausnahmen darstellt.

1 Kommentar bisher. Fühlen Sie sich frei, dieses Gespräch beizutreten.

Lassen Sie eine Antwort

*